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Männer in der Pflege – Gegensätze, die sich anziehen?

Autor
Laura Lange

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Männer in der Pflege – Gegensätze, die sich anziehen?

Die Pflegeberufe sind Frauenberufe. Das war jahrelang das Credo, wenn es bei jungen Männern und Frauen um ihre Zukunftsperspektive ging.

Die Gründe sind vielfältig und fangen schon früh an.

Für viele ist es selbstverständlich, in einem weiblichen Umfeld aufgewachsen zu sein. Nur rund 3,6 % der pädagogischen Fachkräfte in Kitas waren 2010 männlich. Da wird den Kindern früh klar, für wen dieser Berufszweig vorgesehen ist – und für wen nicht. Jedoch hat sich in den letzten zehn Jahren vieles verändert. Zwar wird der Pflegeberuf nach wie vor überwiegend von Frauen angestrebt – 75 % der Anfängerinnen und Anfänger waren zuletzt weiblich – doch auch der Männeranteil ist gestiegen. Während er 2009 noch bei 19 % lag, waren im Jahr 2019 ein Viertel der Auszubildenden männlich. Übrigens spiegelt sich diese Entwicklung auch im Kita-Umfeld wieder: 2020 waren rund 7.6 % der Erzieher*innen männlich – das sind immerhin fast 450.000 Menschen. 

 

Alte Rollenbilder erschweren den Weg in die Pflegebranche.

Auch, wenn wir uns schon im 21. Jahrhundert befinden, sind veraltete Rollenbilder noch immer stark in unsere Gesellschaft verankert. Daher fällt vielen Männern der Schritt in die Care-Berufe schwer. Zu oft heißt es heutzutage noch immer: Arbeitest du in der Pflege, dann bist du nicht männlich genug. Manchmal wird die Pflege sogar mit Homosexualität verbunden. Was hier fehlt sind klare männliche Role Models. Bei der AWO legen wir Wert darauf, dass wir vielfältig aufgestellt sind, um die Gesellschaft so gut es geht zu repräsentieren. Daher sind rund 20 % unter allen hauptamtlich Angestellten bei der AWO männlich. Dies Ausnahme bilden die Managementbereiche. Hier dominieren auch in der Pflegebranche die männlichen Akademiker den Arbeitsmarkt.

 

Männliche Pflegekräfte- ein Mehrwert für alle

Beschäftigt man sich jedoch intensiver mit den Tätigkeiten eines Pflegers, dann wird einem schnell bewusst, dass hier Männer sehr wohl an der richtigen Adresse gelandet sind. Denn bei manchen Pflegetätigkeiten ist es für die Patient*innen angenehmer, wenn Gleichgeschlechtliche einen betreuen. Auch werden Pfleger häufig mit mehr Respekt behandelt, als ihre weiblichen Mitarbeiterinnen. Daher wird ihnen gerne bei Ermahnungen zur Einnahme von Tabletten oder schwierigen Patient*innen der Vortritt gelassen. Die Pflege braucht Männer, die anpacken können, praktisch denken und sich gut in andere einfühlen. Männer mit Macherqualitäten, die das Leben pflegebedürftiger Menschen mitgestalten möchten. Also typische Männer eben!

 

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